Covid-Zertifikat am Arbeitsplatz

Zertifikatspflicht am Arbeitsplatz

Der Bundesrat hat die Zertifikatspflicht auf Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen ausgedehnt. Arbeitsplätze sind von der Zertifikatspflicht ausgenommen. Arbeitgeber dürfen jedoch seit dem 13. September 2021 den Einsatz des COVID-Zertifikat unter gewissen Voraussetzungen als Massnahme in ihr Schutzkonzept aufnehmen.

Dürfen die Arbeitgeber/innen anordnen, dass ich nur noch mit COVID-Zertifikat zur Arbeit kann?

Mit dem Beschluss des Bundesrates vom 13. September 2021 dürfen die Arbeitgeber/innen ihre Schutzkonzepte mit der Einführung einer Zertifikatspflicht ergänzen.
Die Arbeitgeber/innen müssen die Arbeitnehmer/innen schriftlich über die Zertifikatspflicht informiert und diesbezüglich anhören.
 

Ist die Zertifikatspflicht nicht automatisch eine Impfpflicht? 

Die Arbeitgeber/in kann eine Zertifikatspflicht, aber in der Regel keine generelle Impfpflicht einführen. Die Impfung bleibt grundsätzlich freiwillig. Nur für besonders exponierte Arbeitnehmergruppen kann eine Ausnahme zu dieser Regel und die Einführung einer Impfpflicht angeordnet werden (z.B. Krankenpfleger). Für alle Arbeitnehmenden darf die Zertifikatspflichtgrundsätzlich nicht dazu führen, dass ihnen der Zugang zur Arbeit verweigert wird. Es gilt jeweils zu prüfen, ob mildere Massnahmen innerhalb des Schutzkonzepts wie bspw. Homeoffice oder das Tragen einer Maske am Arbeitsplatz, ergriffen werden können.
Wird die Zertifikatspflicht für die Angestellten angeordnet, muss das Unternehmen regelmässige Tests anbieten oder die Testkosten übernehmen. Sieht der Arbeitgeber andere Massnahmen vor (z. B. Maskentragepflicht oder Homeoffice für Personen ohne Zertifikat), muss er die Testkosten nicht tragen.

 

Dürfen die Arbeitgeber/innen am Arbeitsplatz unterschiedliche Schutzmassnahmen für Personen, welche über ein Zertifikat verfügen, vorsehen?

Solange die Anordnung unterschiedlicher Massnahmen sachlich begründet ist, ist es durchaus möglich, dass im Rahmen des Schutzkonzeptes der Arbeitgeber/innen unterschiedliche Massnahmen für geimpfte und genesene Mitarbeiter gelten. Es ist im Einzelfall darauf zu achten, dass die unterschiedlichen Massnahmen verhältnismässig und sachlich begründet sind.

 

Dürfen die Arbeitgeber/innen das Vorhandensein eines COVID-Zertifikats überprüfen?

Zur Festlegung angemessener Schutzmassnahmen oder der Umsetzung des betrieblichen Testkonzepts dürfen die Arbeitgeber/innen Auskunft bei den Angestellten einholen. Aus Datenschutzgründen sollte der Arbeitgeber, wenn möglich, das Zertifikat «light» verlangen, welches keine Gesundheitsdaten enthält und nur anzeigt, ob die betreffende Person über ein gültiges Zertifikat verfügt. (Artikel 25 Absatz 2bis und Absatz 2ter Covid-19-Verordnung besondere Lage). Sieht das Schutzkonzept eine strikte Zertifikatspflicht vor, stellt deren Missachtung eine Verletzung der arbeitsrechtlichen Pflichten dar, die eine Verwarnung, eine Versetzung im Betrieb oder schlussendlich eine Kündigung zur Folge haben können.

 

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