Homeschooling und Coronavirus

Was du wissen musst

Müssen die Kinder in der Schweiz zur Schule gehen?

In der Schweiz gilt grundsätzlich nur eine Unterrichtspflicht und keine Schulpflicht. Konkret ist In der Grundschulunterricht obligatorisch (Art. 62 Abs. 2 BV). Während der Grundschule müssen somit alle Kinder unterrichtet werden. Für das Schulwesen sind die Kantone zuständig. Somit regeln sie auch die Organisation des obligatorische Grundschulunterrichts. Die Grundschule dauert grundsätzlich 11 Jahre. In den meisten Kantonen bestehen die obligatorischen Schuljahre aus zwei Jahren Kindergarten, sechs Jahren Primarschule und drei Jahren Sekundarstufe I. In einigen wenigen deutschsprachigen Kantonen ist der Kindergartenunterricht nur während eines Jahres obligatorisch. Auch in diesen Kantonen besteht das Angebot den Kindergarten während zwei Jahren zu besuchen, obligatorisch ist der Besuch aber nur während des zweiten Jahres. 
Nach der Grundschule ist der Besuch eines Schulunterrichts nicht mehr obligatorisch.

 

Darf ich mein Kind zu Hause unterrichten (Homeschooling)? 
Da in der Schweizer Verfassung lediglich eine Unterrichts- und keine Schulpflicht verankert ist und die Kantone für das Schulwesen zuständig sind, bestimmen die Kantone, ob der Unterricht in einer Schule oder auch zu Hause stattfinden kann. Die Möglichkeit und die Voraussetzungen für das Homeschooling unterscheiden sich dabei je nach Kanton sehr stark. Im Kanton Bern beispielweise ist für das Homeschooling eine Bewilligung der Erziehungsdirektion notwendig. Voraussetzung für die Erteilung der Bewilligung ist unter anderem, dass die Eltern durch eine pädagogisch ausgebildete Person angeleitet werden. Im Kanton Basel-Stadt wiederum ist das Homeschooling nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Im Kanton Zürich muss der Unterricht im Homeschooling, sofern er länger als ein Jahr dauert, von einer Person mit einer abgeschlossenen Lehrerausbildung erteilt werden. Ob und unter welchen Voraussetzungen in Deinem Kanton Homeschooling erlaubt ist, hängt somit von den kantonalen Schulgesetzen ab.

 

Darf ich mein Kind aus Angst vor einer Corona Ansteckung zu Hause behalten? 

Die Unterrichtspflicht gilt in der Schweiz trotz Corona weiterhin wie gehabt. Das bedeutet, dass Du Dein Kind in den obligatorischen Grundschulunterricht schicken musst. Ob Du es stattdessen zu Hause unterrichten kannst, hängt von den in Deinem Wohnsitzkanton geltenden Bestimmungen ab. Gerne erläutern wir Dir in einem Beratungsgespräch die geltende Rechtslage in Deinem Kanton! 

 

Was passiert, wenn ich mein Kind wegen Covid-19 nicht mehr zur Schule schicke? 
Als Elternteil bist Du dafür verantwortlich, dass Dein Kind den obligatorischen Unterricht besucht. Wenn Dein Kind unentschuldigt dem Grundschulunterricht fernbleibt, musst Du als Elternteil daher mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Wie diese konkret aussehen, hängt wiederum von der in Ihrem Kanton geltenden Rechtslage ab. Im Kanton Aargau beispielsweise erstattet die Schulpflege gegen Eltern von Kindern, die mehr als drei Tage unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben, von Amtes wegen eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Im Straffverfahren droht den Eltern dann eine Busse von mindestens CHF 600.00 bis höchstens CHF 1'000.00 bzw. im Wiederholungsfall von mindestens CHF 1'000.00 bis höchstens CHF 2'000.00.

 

Ich möchte nicht, dass mein Kind in der Schule getestet wird oder eine Maske tragen muss. Kann ich mein Kind zu Hause unterrichten? 

Auch hier gilt: die an der Schule eingeführten Schutzmassnahmen, haben nichts an der Unterrichtspflicht geändert. Ob Du Dein Kind zu Hause unterreichten darfst, hängt nach wie vor von den in deinem Wohnsitzkanton geltenden Homeschooling-Regelungen ab.  

Rechtliche Fragen zu den Massentests an Schulen haben wir in diesem Beitrag beantwortet.

 

Ich habe mein Kind aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr zur Schule geschickt und nun eine Busse erhalten, was kann ich tun?
Meist werden die Bussen in einem so genannten Strafbefehl ausgesprochen. Gegen diesen kann innert 10 Tagen Einsprache erhoben werden. Ob es sich lohnt gegen die Busse vorzugehen, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Gerne analysieren wir Deinen Fall im Rahmen einer Beratung im Detail und unterstützen Dich bei einer allfälligen Einsprache. Wichtig ist, dass Du rechtzeitig mit uns Kontakt aufnimmst. Ist die Frist abgelaufen, kann leider nichts mehr gegen die Busse unternommen werden.