Schutzkonzept bei Veranstaltungen

Die Verbreitung des Coronavirus soll durch Schutzkonzepte verhindert werden. Deshalb müssen Einrichtungen, Betriebe, Schulen sowie Organisatoren von Veranstaltungen spezifische Schutzkonzepte umsetzen . Doch welche Auflagen gelten für Veranstaltungen wie bspw. Freizeit-, Sport- und Kulturanlässe?

Welche Vorgaben gelten?

Für alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen und Betriebe, die geöffnet sein dürfen, braucht es ein Schutzkonzept. Für alle Branchen gelten dieselben Vorgaben für Schutzkonzepte. Diese Vorgaben wurden in der «Covid-19-Verordnung besondere Lage» (Art. 10 und Anhang) geregelt.

Bei Veranstaltungen ist insbesondere deren Grösse massgebend: Bei Veranstaltungen bis 1000 Teilnehmende können die Veranstalter und Veranstalterinnen grundsätzlich neu entscheiden, ob der Zugang ab 16 Jahren nur für Personen mit gültigem Covid-Zertifikat erlaubt sein soll. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind ausschliesslich Personen mit gültigem Covid-Zertifikat vorbehalten. Ausserdem müssen die Organisatoren und Organisatorinnen von Grossveranstaltungen eine kantonale Bewilligung einholen. In diesem Zusammenhang ist auch daran zu denken, dass die Kantone eigene und teils strengere Auflagen, als diejenigen des Bundes vorsehen können.

Für alle Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat Pflicht gelten besondere Anforderungen an die Belegung der Räumlichkeiten, die Maskenpflicht und die Konsumation.

Was heisst das?

Sofern eine Veranstaltung mit bis zu 1000 Teilnehmenden durchgeführt werden soll, bei welchem der Zugang ohne Covid-Zertifikat gewährt wird, muss das Schutzkonzept folgende Vorgaben berücksichtigen:

  1. Es muss Massnahmen zur Hygiene (z. B. Möglichkeit zum Händewaschen oder Händedesinfektion, regelmässige Reinigung von Oberflächen) und zur Einhaltung eines Abstands von mindestens 1,5 Metern vorsehen.
  2. Zudem muss es Massnahmen vorsehen, damit die Vorgaben der Maskenpflicht gewährleistet werden.
  3. Es muss Massnahmen vorsehen, damit der erforderliche Abstand auch beim Zutritt in die Veranstaltung eingehalten wird.
  4. Werden weder eine Gesichtsmaske getragen noch der erforderliche Abstand eingehalten und sind keine wirksamen Schutzmassnahmen angebracht, wie z. B. geeignete Abschrankungen, müssen die Betreiber die Kontaktdaten der anwesenden Personen aufnehmen.
    ​In bestimmten Settings müssen die Kontaktdaten immer erhoben werden (bspw. sportliche und kulturelle Aktivitäten in Innenräumen). Wird eine Person positiv auf das neue Coronavirus getestet, ist dadurch sichergestellt, dass sämtliche engen Kontakte dieser Person rückverfolgt werden können (Contact Tracing). Bei der Erhebung der Kontaktdaten müssen Veranstalter folgendes einhalten:
    • Information der anwesenden Personen zur Erhebung und Verwendungszweck der Kontaktdaten
    • Auf Anfrage: Weiterleitung der Kontaktdaten an die kantonalen Behörden
    • Aufbewahrung der Kontaktdaten während 14 Tagen und anschliessende Vernichtung der Daten
  5. Im Schutzkonzept wird eine Person bezeichnet, die für die Umsetzung des Konzepts verantwortlich ist und den Kontakt zu den kantonalen Behörden pflegt.

Sofern eine Grossveranstaltung bzw. eine Veranstaltung mit Pflicht zur Vorweisung eines Covid-Zertifikats durchgeführt wird, muss das Schutzkonzept Massnahmen zur Hygiene (z. B. Möglichkeit zum Händewaschen oder Händedesinfektion, regelmässige Reinigung von Oberflächen) und zur Umsetzung der Zugangsbeschränkung (z. B. Durchführung der Zugangskontrolle oder Information der Besucherinnen und Besucher über das Erfordernis eines Zertifikats) enthalten.

Wer trägt die Verantwortung für die Umsetzung?

Hauptverantwortlich für die Umsetzung der Schutzkonzepte sind die Organisatoren selbst. Weder Bund noch Kantone genehmigen sie; nur bei Grossveranstaltungen werden die Schutzkonzepte im Rahmen des Bewilligungsverfahren geprüft. Die Aufsicht über die Umsetzung der Schutzkonzepte sowie die Kontrollen obliegen den Kantonen.

FAQ

Ich plane eine Hochzeit / privates Fest. Benötige ich ein Schutzkonzept?

Dies hängt von den Rahmenbedingungen ab. Findet das Fest drinnen oder draussen statt? Wie viele Personen sind eingeladen?

Die Anforderungen an dein Fest findest du bei den aktuellen Massnahmen des Bundes. Hast du Fragen, ob du für dein Event ein Schutzkonzept benötigst? Melde deinen Fall jetzt an

 

Kann ich bei Ansteckungen haftbar gemacht werden?

Hierbei stellt sich viel eher die Frage nach der Haftung für unterlassene Sicherheits- bzw. Schutzmassnahmen. Grundsätzlich werden Veranstaltern gewisse (Schutz-)Pflichten durch die aktuellen Gesetzt bzw. Verordnungen vorgeschrieben. Die Veranstalter haben sodann eine Pflicht, die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt fehlt es an entsprechenden gerichtlichen Bewertungen dieser Frage. Es bleibt abzuwarten, ob Fälle in der Praxis auftauchen, bei denen die Haftung von Veranstaltern für eine Ansteckung bejaht wird.

 

Kann die Polizei während des Events das Schutzkonzept prüfen?

Die Kontrolle der Umsetzung und Einhaltung der Konzepte liegt in der Verantwortung der Kantone. Dabei werden primär kantonale Arbeitsinspektorate und nicht die Polizei mit der Kontrolle beauftragt.

 

Benötige ich eine Bewilligung für mein Event?

Je nach Art und Ausrichtung erfordert die Durchführung einer Veranstaltung auf privatem Grund eine Bewilligung. Dies wird jedoch kantonal bzw. kommunal unterschiedlich geregelt. Die diesbezügliche Beurteilung wird anhand des entsprechenden Gesuchformulars durch die zuständige Bewilligungsbehörde vorgenommen. Überdies untersteht die gastgewerbliche Bewirtungstätigkeit an einer Veranstaltung einer zusätzlichen Bewilligungspflicht. Ebenso sind Veranstaltungen in Gastwirtschaften bewilligungspflichtig, die nicht durch die Patentinhaberin / den Patentinhaber durchgeführt werden (Drittveranstalter).

Eine Bewilligung des Schutzkonzepts ist grundsätzlich jedoch nur für Grossveranstaltungen vorgesehen.

 

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Publiziert: 14.07.2021
Zuletzt aktualisiert:  14.07.2021